App oder nicht App, das ist hier die Frage. Lohnt es sich, in die Programmierung einer App für iPhone/iPod und/oder iPad zu investieren? Diese Frage kann man nicht einfach mit “ja” oder “nein” beantworten.

Wer sich für sein Unternehmen mit dem Gedanken trägt, sollte bedenken, dass die Zahl der Apps, die über den iTunes-Store von Apple erhältlich ist, gigantisch ist. Zur Zeit sind (lt. Appshopper und lt. 148Apps.biz) rund 160.000 Apps dort verfügbar. Nachdem die Zahl Mitte letzen Jahres ihren Höhepunkt (180.000 Apps) erreichte, sank sie kurzfristig. Zur Zeit kommen pro Monat wieder rund 10.000 neue Apps hinzu.
Der Vorteil am iTunes Store ist auch seine Crux: Da die Apps dort exklusiv vertrieben werden, ist kein anderer Weg zum Kunden möglich. Außerdem konkurrieren sowohl bei den Smartphones, wo Apple in Deutschland derzeit hinter Nokia und Google (Android Betriebssystem) die Nr. 3 ist, als auch bei den Tablet-Rechnern (wie dem iPad) unterschiedliche Systeme um die Gunst des Käufers. Klar ist aber auch, dass sich diese Gerätegattungen – und damit auch das mobile Internet – immer stärker durchsetzen.
Im Moment werden Standards entwickelt, die es ermöglichen sollen, Apps Plattform-übergreifend zu produzieren und auch zu verteilen. Auch Apple öffnet seine Strukturen künftig ein Stück weit, unter anderem für Werbung rund um die Apps. Was Apple wirklich erlauben wird, werden wir spätestens mit den Markteinführungen von iPad 2 und iPhone 5 sehen.
Es wird auf jeden Fall zu einer Standardisierung der Apps kommen – das zeigt die wachsende Zahl sogenannter Web Apps, die tatsächlich auf nahezu allen mobilen Endgeräten laufen. Aber auch mit diesem kostentechnischen Fortschritt ist eine App für sich erstmal eine heike Sache. Denn was nützt es, wenn die schöne App im Apple Store oder auch im Internet zwischen all den anderen “versauert”? Damit das nicht passiert, muss sie längerfristig in die Marketing- und PR-Strategien, auch in die Mediaplanung eingebunden werden.
Die Unternehmenskommunikation zu vernetzen, also “klassische” Pressetexte, Endkunden-Mailings, Social Media Kanäle, Anzeigenschaltung und auch Apps wird immer wichtiger. Damit die Kunden die App im Fokus haben und man öfter “drüber reden” kann, muss es mehr als einen Nutzwert geben. Eine App, die nur dazu dient, dem Kunden einmal ein Produkt zu verkaufen, ist danach mausetot. Die Botschaft kann also nur heißen “Baue Apps, die der Kunde haben will und sprich darüber”. Denn dann kann die Investition in ein solches Programm die Marke tatsächlich stärken und helfen, die Markenwerte beim Kunden noch besser zu verankern.